Der zweite Schlag und Neubeginn

 

Als eine Sängerin mit dem Chor ihren runden Geburtstag feiert, kommt es zum zweiten „Schicksalsschlag“ von 1999. „Leider hatte sich unser Chorleiter den Rahmen dieser Feierlichkeit ausgesucht um seine fristlose Kündigung bekannt zu geben. Dem Männerchor teilte er die Kündigung durch Verlesen seines Schreibens zu Ende der Chorprobe desselben Tages mit, vermeidet der Schriftführer kurz. Nun fällt der Chor in seinem Jubiläumsjahr plötzlich in ein zweites „Loch". Aber er krabbelt auch wieder heraus, nachdem der Vorsitzende bei Frau Geduldig vom Kreissängerbund die Alarmglocke geläutet und einen Nachfolger für Schümer gefunden hat: Martin Mauel. Der neue Dirigent macht es dem Chor leicht, wieder zu alter Form und eigenem Stil zurückzufinden, so dass die Feiern zum 120jährigen Jubiläum Ende Oktober 1999 reibungslos über die Bühne gehen, mit einem Chorkonzert- und Tanzabend und einem Freundschaftssingen.

Nach dem Jubiläum lässt der Chorleiter zwei Proben ausfallen, damit Sänger/rinnen den schwachen Chor von St. Matthias in Euskirchen verstärken können, der in der Weihnachtszeit die G-Dur-Messe von Schubert aufführt, mit großem Erfolg, nicht zuletzt dank der Stotzheimer Hilfe. Der Franziskanerbruder Franz-Leo sagt nach dem mitreißend vorgetragenen Credo: „Da wird man noch einmal richtig seines Glaubens froh!" Da Dirigent Mauel noch mehrere andere Chöre leitet und hauptberuflich einen Reiterhof bewirtschaftet, ergeben sich zuweilen Terminprobleme. Aber hier hat der findige Vorsitzende eine Lösung gefunden. Er gewinnt die Lehrerinnen und Sängerinnen Agnes Hein und Inge Misgeld für die Teilnahme an einem Dirigier-Schnellkurs und greift immer wieder auf Hubert Misgeld als Vizedirigent zurück, der als Schüler und Student 9 Jahre lang Organist und Chorleiter war und nun auch dem Stotzheimer Chor angehört.

 


Neue Vorsitzende -Dirigentenwechsel

 

Das Jahr 2003 beschert dem Chor reichlich wechselvolles Chorwetter. Wie er zu Beginn seines Vorsitzes angekündigt hat, gibt Matthias Schreiner sein Amt auf, und die Chöre sind glücklich, dass Monika Kraft es übernimmt - den Vorsitz eines MGV! Schreiner steht ihr weiter als Stellvertreter zur Seite. Dann tritt Martin Mauel von seinem Amt zurück. Nachdem Swetlana Goldschmidt, die Organistin und Chorleiterin an St. Martin in Stotzheim, mit einigen Chorproben in einer Übergangszeit ausgeholfen hat, übernimmt Helmut H. Ellerkamp die Chorleitung Ende Juli, feiert zünftig mit den Stotzheimern Kirmes und beginnt mit den Proben für ein Adventskonzert, das dann mit Ach und Krach über die Bühne geht. In der Jahreshauptversammlung 2004 beschränkt sich der Dirigent auf einen Rückblick mit viel Tadel für den Chor. Inzwischen hat es im Vorsitz einen Wechsel gegeben, sogar einen zweifachen: Im Herbst 2003 legt Monika Kraft ihr Amt wieder nieder, und der 2. Vorsitzende Mathias Schreier übernimmt es Kommissarisch bis zur Generalversammlung im Januar 2004 Manfred Schikorski wird der einstimmig gewählte 1. Vorsitzende, Marianne Koensgen die Stellvertreterin. Der Vorstand sieht sich sofort mit einem Berg von Problemen konfrontiert. Er soll das 125-jährige Chorjubiläum im Oktober diesen Jahren vorbereiten. Nachdem er sich für den Abschied von Ellerkamp entschieden hat, muss er einen neuen Chorleiter suchen und findet - Martin Mauel.

 


Die neue Chorgemeinschaft

 

Zum Jubelfest bringt Vorstandsmitglied Hubert Misgeld eine 80-seitige Festschrift heraus und erzählt darin ausführlich die 125-jährige Geschichte des MGV Stotzheim. Im Kommers abend des Jubelfestes kommt es zu einer kleinen „Welturaufführung“, die zugleich ein Abschied ist. Der Männerchor führt ein vierstimmiges Lied auf, das unsere Hardtburg preist. Den Text hat 1901 Josef Pesch verfasst und einer Melodie von G. F. Hanitsch (1815) unterlegt. Der Männerchorsatz stammt von Hubert Misgeld, der auch das Hardtburglied zusammen mit dem alten „Grüß mir die Reben, Vater Rhein" eingeübt hat und dirigiert.

Nachdem Martin Mauel sein Amt nach einem Jahr wieder aufgegeben hat, führt Misgeld die Proben weiter für ein Konzert mit dem Musikverein Arloff-Kirspenich im Euskirchener Bürgerhaus und für ein Weihnachtskonzert von Gemischten Chören aus der Region, und kann für diese Auftritte das Dirigentenamt und den eingeübten Chor dem nachfolgenden Dirigenten übergeben: Otto Mainz. Der bringt eine Sangesausbildung und eine jahrelange Praxis als Solobassist in Oper und Konzert

mit und unterzieht den Chor einer intensiven Stimmschulung. Die beiden erwähnten Liedvorträge auf dem Kommers sind der letzte Auftritt des Männerchores gewesen.

Nach 125 Jahren entschließen sich Anfang 2005 die Frauen und Männer des MGV 1879, sich umzubenennen in „Chorgemeinschaft Stotzheim e. V. des MGV 1879" und nicht mehr als Männer- oder Frauenchor aufzutreten.

Das Weihnachtskonzert im Dezember 2005 in der Stotzheimer Kirche steht ganz im Zeichen des „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Das Programm enthält mehrere Sologesänge und Chorstücke aus diesem großen Werk, alle am Klavier begleitet von Swetlana Goldschmidt.

Den Tod von einer Sangesschwester und von vier Sangesbrüdern, darunter den des Ehrenvorsitzenden Josef Höller, hat der Chor 2005 und 2006 zu beklagen.  Vermehrt hat er sich, überwiegend bei den Damen, um die Mitglieder eines kleinen Chores aus Essig und Odendorf, die unter Leitung von Otto Mainz gesungen haben. - Es ist nun auch einmal darauf hinzuweisen, dass schon seit Jahrzehnten Roitzheimer Damen und Herren mit ihren guten Stimmen den Stotzheimer Chor verstärken. Mit 53 aktiven Sängerinnen und Sängern ist er zur Zeit einer der größten Gemischten Chöre in der Region.

 

Hubert Misgeld

 


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