Ein gutes Werk für Neu-Stotzheim

 

Was Alt- und Neubürger in Stotzheim zustande bringen können, wenn sie recht zusammenhalten zeigt eine Initiative, an deren schönem Ergebnis viele Stotzheimer Anteil haben, nicht zuletzt der ehemalige Dirigent Sieverings und unser Gesangverein mit seinem jungen Chorleiter und regen Vorstand. Zugleich verbinden sich Musik, Architektur und religiöses Brauchtum zu einer beglückenden Harmonie. Hier sind nun wieder die Männer führend am Zuge.

Der Pressevertreter Vogt berichtet über das Ereignis und seine Hintergründe: „Zur Ehre der Gottesmutter und zum Andenken an die Waldbreitbacher Ordensschwestern, die von 1897 bis 1975 in Stotzheim in der Alten- und Krankenpflege sowie Kindererziehung gewirkt haben, wurde am Sonntag An den Eichen/Ecke PJ.-Wohlmeiner Straße ein Marienbildstock eingeweiht. Als die Ordensfrauen 1975 wegen Schwesternmangels ihre dortige Niederlassung aufgeben mussten, übergaben sie an Hans Sieverings den damaligen Dirigenten des MGV Stotzheim, ein Marien-Relief das sie zurücklassen mussten. Auf Vorschlag Sieverings setzten sich die Verantwortlichen des MGV dafür ein, dieses Relief in einen noch zu errichtenden Bildstock zu integrieren. So sollte die Erinnerung an das segensreiche Wirken der Schwestern wachgehalten werden. Nachdem alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt waren - Zustimmung der Stadt für die Errichtung, vertraglich abgesicherte Überlassung eines entsprechenden Grundstücks durch die Stadt, Erstellung einer Lageskizze des Standorts sowie die gärtnerische Gestaltung des geplanten Bildstocks konnte im Dezember 1990 mit den Arbeiten am Fundament begonnen werden. "

 


Brahms, Bruckner, Strawinsky

 

„Dank tatkräftigter Mithilfe von Christian Koch, Josef und Willi Regh sowie Mitgliedern des MGV und des Einsatzes verschiedener ortsansässiger Handwerker und Handwerksbetriebe konnten die Bauarbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden. Geld- und Materialspenden sowie kostenlos geleistete Arbeitseinsatze halfen, einen Teil der entstandenen Kosten bereits abzudecken. Am Sonntag war es endlich soweit, die feierliche Einsegnung konnte erfolgen. Zunächst waren alle Bürger/innen zu einem, Geistlichen Konzert' mit Marienliedern in die Pfarrkirche St. Martin gebeten. Im Verlauf des Konzertes brachten der MGV Stotzheim, der Frauenchor im MGV und der Kuchenheimer, Singkreis' unter der Leitung von Manfred Schümer Werke von Brahms Bruckner, Heinrichs, Rheinberger und Strawinsky zu Gehör. Eröffnet wurde die, Geistliche Musik' von Manfred Schümer mit einer Orgelimprovisation über das gregorianische, Ave Maria` außerdem wirkte an deren Gestaltung Christa Zimmermann (0rgel/ Sopran) mit. Anschließend begleiteten mehr als 200 Festgäste Pastor Josef Mason in einer Prozession zum neuerrichteten Bilderstock, den dieser feierlich einsegnete." Danach „lud der MGV alle Anwesenden zur Teilnahme an einem ,Offenen Maisingen ‘ein. Das dabei vorgetragene Liedgut war bewusst so gewählt worden, dass alle Zuhörer selbst nach Kräften mitsingen konnten. Wer dabei allerdings seine Stimmbänder überanstrengt oder die Kehle hatte austrocknen lassen, konnte mit kostenlos ausgeschenktem Bier und mit Maibowle etwas dagegen unternehmen."

 


Höhen und Tiefen

 

Beide Chöre treten nun meist gemeinsam auf, im Jahr 1993 mindestens 17mal, darunter bei einem Konzert zum „Euskirchener Sommer" auf dem Alten Markt, im folgenden zwar „nur" 9mal, darunterfallen aber die Bewirtung des „Ladies Choir“ aus Basingstoke mit einem großen gemeinsamen Konzert in Bad Münstereifel, ein Gemütlicher Abend mit lauter eigenen Vorführungen und ein Wunschkonzert unter Federführung des Kuchenheimer Singkreises.

Nach diesem Höhepunkt klingt dann auch die 1995er „Dirigierungserklärung" des Chorleiters freudig und hoffnungsvoll und gipfelt im Ausspruch: „lch fühle mich in diesem Chore wohl" Aber - wir kennen das ja mittlerweile schon - dieses Niveau lässt sich nicht einfach durchhalten. Die Chöre treten zwar in diesem Jahr immerhin 16maI auf, darunter bei einem großen Chorkonzert im Advent für die Rundschau-Altenhilfe (Ertrag 1.000 DM). Außerdem unternehmen der Frauenchor und ein kleiner Teil des Männerchores die erste Fahrt nach Basingstoke als Gäste des „Ladies Choir“, aber ein in der ersten Hälfte des Jahres geplantes großes Konzert in Gemeinschaft mit anderen Chören muss „aufgrund mangelhaften Probenbesuchs im Männerchor kurzfristig abgesagt werden“. Noch muss man aber nicht von einer Krise, sondern nur von einem Tief sprechen. In der zweiten Hälfte steigert sich auch der Männerchor wieder.

Anfang 1996 spricht dann Manfred Schümer von „Höhen und Tiefen des Vereinslebens". Als ein „Knackpunkt“ hat sich die Kantate „...gehen Sie mit uns durch den Garten“ von G. Rabe erwiesen, die der Chor im Euskirchener Stadttheater bei dem Konzert „Chöre der Heimat“ aufgeführt hat. Von ihr fühlten sich einige Sänger überfordert. - Bei ihnen droht auch eine Überalterung. Dass die Männer sich damit nicht einfach abfinden, beweist Matthias Schreiner, als er Anfang 1997 beantragt, „eine Arbeitsgruppe zur Mitgliederwerbung zu gründen; sie soll ausgeschiedene und neue Sänger ansprechen."

 

 



Auf hohem Niveau „normal“

 

In den folgenden Monaten setzt der Dirigent zügig seine ehrgeizigen Pläne in die Tat um, fährt mit dem Chor 1996 zum Freundschaftssingen nach Rheinbach, führt mit einigen Chormitgliedern und mit der städtischen Musikschule Mozarts „Zauberflöte“ auf und veranstaltet ein großes Frühlingskonzert in Stotzheim. Ende des Jahres folgt dann eine kirchenmusikalische Andacht, bei der allerdings nach Meinung des Schriftführers Mertens die solistischen Anteile zu groß gewesen sind. Im folgenden Jahr 1997 studiert er Schuberts G-Dur-Orchestermesse ein und führt sie mit dem Musikschulorchester in St. Matthias in Euskirchen auf. Sonst verläuft das Chorleben erfreulich „normal“ auf einem hohen Niveau, mit vielen Auftritten bei Vereinsfeiern, Goldhochzeiten, Altentagen, Geburtstagen, kirchlichen Festen in Stotzheim und Roitzheim sowie bei Freundschaftssingen und bei einem Konzert des Kreissängerbundes. Auch das gesellige Leben kommt nicht zu kurz. Man macht Winter- und Sommerwanderungen, nimmt am Karnevalszug teil, besucht Monschau und begleitet die Gäste aus Basingstoke bei ihren touristischen Unternehmungen.


Großes Musikereignis

 

Auf einem Frühlingskonzert in Stotzheim tragen die Sänger 6 und die Damen 9 z. T. neu einstudierte Lieder vor. Und wie immer vereinigen sie sich zum Schluss zu einem kraftvollen Gemischten Chor.  Mit intensiven Probestunden und einem Arbeitswochenende in der Münstereifeler Rechtspflegeschule bereiten sich die Chöre dann zu einem großen Musikereignis vor, der Aufführung des „Volksoratoriums" „Christnacht" von Joseph Haas, das sie kurz vor Weihnachten in der Stotzheimer Kirche zu Gehör bringen.

 


Die Stunde von Matthias Schreiner

 

Vom ersten wichtigen Ereignis, am 18. Januar 1999 meldet das Protokollbuch nur in wenigen Sätzen, dass der 1. Vorsitzende J. Höller und der Kassierer J. Knipp - für alle völlig unerwartet - von ihren Vereinsposten zurückgetreten sind. - „Dä, jetz stohn mer do!" Dabei stehen im Oktober des gleichen Jahres die Feiern für das 120jährige Bestehen des Chores an!

Einen Monat später rettet ein neuer Vorstand den Verein aus der Krise. An der Spitze steht Matthias Schreiner. Seine Bereitschaft ist um so höher anzuerkennen, als er schon Vorsitzender im hiesigen Taubenverein ist. Der Chor lässt sich also nicht entmutigen. Fleißige Sängerinnen, Theo Regh und Sebastian Ziliotto verstärken sein Finanzpolster durch einen Osterbasar.

Das Organisationstalent des neuen Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin ermöglicht eine gelungene mehrtägige Fahrt in den Thüringer Wald. Wenige Tage später gestalten beide Chöre statt des traditionellen Maisingens einen „Italienischen Abend“. Zahlreiche Besucher hören sich bei schönem Wetter vor dem Pfarrheim italienische Lieder an und genießen angebotene italienische Speisen und Getränke. Dann erscheint Frau Geduldig und ehrt unter anderem Willi Kurth. Am 3.3.1956 hat er als Notenwart des Vereins begonnen, Probe für Probe das Noten-„Menü" aufgetragen und immer wieder einsortiert, jetzt also schon 43 Jahre lang; er erhält die Goldnadel und Ehrenmitgliedschaft.

 


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