Ausflug ins Münsterland 2015

 

Ausflug ins Münsterland

Wir starteten am Freitag dem 25.9.2015 morgens mit dem Bus bei Sonnenschein in Richtung Münster, wo wir 2 Stunden später bei bedecktem Himmel ankamen. Während der Fahrt zeigte Theo in seiner Rolle als Kuchen- und Kaffeekellner eine beeindruckende Lernkurve: temperaturtechnisch gesehen, lagen die ersten Becher Kaffee nur knapp über der Frostgrenze, aber Theo gelang es, die thermische Energie so zu steigern, dass man sich an den späteren nicht nur die Finger sondern auch die Schnüss’ verbrennen konnte. Wir lernten Münster auf 2 verschiedene Arten kennen: während die Lauffreudigen sich zu Fuß einer Stadtführung durch Fremdenführer Gernhard anschlossen, wurden die eher Fußkranken per Bus durch Münster chauffiert. Münster ist wirklich eine Reise wert: Wir sahen den Dom, der durch seine Helligkeit die Offenheit der Münsteraner ausdrücken soll. Die neue Orgel wurde seinerzeit so positioniert, dass die Grabesruhe der Bischöfe nicht gestört wurde. Und die Bischöfe spielten eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Stadt, was sich schon in der Namensfindung zeigt: Münster leitet sich ab von „Monasterium“, was Bischofssitz bedeutet. Gegen 12:00 hörten wir ein wunderbares Glockenspiel - es wurde „In dulce jubilo“ und „Lobe den Herren“ vorgetragen. Wir sahen die Lambertikirche, mit den vom Kirchturm herabhängenden Körben, in denen aufmüpfige Bürger und Oppositionelle seinerzeit hochgezogen und ausgestellt wurden, nachdem sie unten auf großer Bühne gelyncht worden waren. Wir sahen auch die Statue des Bischofs Graf van Galen, der durch seinen Widerstand gegen das NS Regime über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde.

Nach dieser Bildungstour im Schnelldurchgang ging es per Bus zum Hotel Maritim in Bad Sassendorf, das wir in den zwei folgenden Tagen  mit unserer Anwesenheit beehrten.

Am Samstagmorgen machten wir uns auf zu einer Münsterland-Schlösser-Rundfahrt. Fremdenführer Stefan betrieb während der Fahrt eine kleine Wort- und Sachkunde. So lernten wir, dass ein an den Verhandlungen zum westfälischen Frieden beteiligter Gesandter „Pumpernickel“ als aus „Pferdescheiße, Straßendreck, Wasser und Roggen“ hergestelltes Brot beschrieben hat. Und dass der Namensteil „Droste“ den Angehörigen des „westfälischen Adels“ zukam.

Wir machten zunächst Station auf Schloss Nordkirchen, einer barocken Wasserschloss-Anlage, in der heute die Fachschule für Finanzen NRW untergebracht ist, die aber auch  vielen Brautleuten das angemessene Ambiente für ihre Hochzeitsfeier bietet, weshalb die Einheimischen für die Schlossanlage auch den Name „Begattungsinsel“ ersannen. Das Schloss stellt mit seiner Nord-Süd Ausrichtung und achsparallelen Anordnung eine imposante Mischung aus Luxus, Planung, Disziplin, aber auch Unterdrückung dar. Es wird auch „das westfälische Versailles“ genannt.

Nächste Station war Burg Fischering, wo wir bei strahlendem Sonnenschein eine Mittagspause einlegten. Auch hier trauten sich zwei junge Leute, gemeinsam einen wichtigen Schritt zu tun. Wird schon gut gehen, denn an den Fenstern der Burg waren die Läden mit Andreaskreuzen versehen, und die vertreiben, wie wir lernten, das Böse.

Ein Besuch des Hauses Rüschhaus, dem ehemaligen Wohnsitz der Anette von Droste Hülshoff, beendete einen interessanten, lehrreichen Tag. Haus Rüschhaus ist ähnlich wie Burg Fischering entlang einer Achse symmetrisch angeordnet und wurde in früheren Zeiten im Eingangsbereich durch zwei große Misthaufen geziert. Manch adliger Gast mag hier die Nase gerümpft haben.

Der Samstagabend war nach einem sehr guten Abendessen der Unterhaltung gewidmet. So wurden wir von einer knackigen französischen Wissenschaftlerin über die Entstehung der Welt belehrt. Wir lauschten alle interessiert ihren Ausführungen, lediglich Sibylle konnte nicht zuhören, da sie anderweitig beschäftigt war. Alfred rezitierte aus dem kleinsten Witzbuch der Welt, das er selbst verfasst - und auf Reisen stets zur Erfreuung der Mitreisenden verfügbar hat. Schließlich erlebten wir, wie ein defekter Rollladen die hinter demselben wohnende Amanda beinahe ins Grab befördert hätte - zumindest in den Augen ihrer engsten Freundinnen. Ist aber dann doch noch mal gut gegangen.

Am Sonntag besuchten wir die Stadt Soest, wo wir bei wunderschönem Wetter durch die engen Gässchen der Soester Altstadt spazieren konnten, die gut geschützt hinter der historischen Stadtmauer liegen. Wir sahen mehrere aus grünem Sandstein erbaute Kirchen, von denen die „Maria zur Wiese“ mit der spätgotischen Darstellung des „westfälischen Abendmahls“ besonders ins Auge fällt. Wir könnten uns auch an dieses Abendmahl gewöhnen - es gab anstelle von ungesäuertem Brot und Wein schließlich Schweinskopf,  Schinken, Bier und Schnaps.

Den Abschluss dieser gelungenen Chorfahrt markierte ein Besuch der Möhnetalsperre, wo wir eine etwa einstündige Kreuzfahrt  auf einem Fahrgastschiff machten. Nach ausgiebiger Stärkung in einem Cafe am See begaben wir uns auf die Rückreise nach Stotzheim.

Michaela und allen, die bei der Planung und Organisation dieser Reise mitgewirkt haben, sei herzlich gedankt. Wir durften eine gelungene Chorfahrt erleben.

Text: Christoph Schmitz